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Geschichte

Auszüge aus dem Buch von Gustl Reinthaler:
"Das Tal, aus dem man Kohle grub"

1381
In diesem Jahr wurde Rosental erstmals in einer Seckauer Urkunde als "Rosental in der Pfarre Köflach gelegen" bezeichnet.

1708
Schwere Unwetter, Untergraden und große Teile Rosentals standen unter Wasse. Brücken wurden weggerissen. An den Wehrschlagen vom Tunnerhammer und Strafensackmühle entstanden große Schaden.

1771
Mord in Rosental: Am 26. Juli wurde bei der Strafensackmühle ein Mädchen namens Klara ermordet.

1805
Nach 1797 und 1800 war dies der dritte Einfall von Franzosen. Auch Rosental litt schwer unter den Besatzern. Diese holten das Vieh aus den Ställen un der Staat erhöhte die Steuern, um die Reparationskosten bezahlen zu können. Die Bevölkerung litt große Not.

1848
Erzherzog Johann von Österreich erwarb in der Marienschachtmulde den gesamten Massenbesitz.

1860
Die Graz-Köflacher-Eisenbahn wurde fertiggestellt und am 3. April dem öffentlichen Verkehr übergeben.

1895
In diesem Jahr wurde auch in Rosental eine Raiffeisen-Vorschusskasse gegründet.

1914
Am 28. Juli brach der erste Weltkrieg aus. Viele Rosentaler, vor allem die Reservisten, wruden zum Wehrdienst eingezogen und mussten an die Front. Viele von ihnen wurden auf den Kriegsschauplätzen getötet oder verwundet.

1916
Am 30. September wurden die beiden Glocken der Gradnerkapelle zum Einschmelzen für Kriegszwecke abtransportiert. Einführung der staatlichen Kohlenbewirtschaftung. Auch sämtliche Kohlenbergwerke in Rosental wurden vom KK Militär bewacht.

1918
Ernährungsschwierigkeiten und Inflation machten der Bevölkerung zu schaffen. Ende des ersten Weltkriegs: Am 12. November erklärte der Nationalrat Deutsch-Österreich als Republik. Die Neuwahlen sollten zu Beginn des nächsten Jahres stattfinden.

1919
Am 11. Mai fanden Wahlen des Landtags und der Nationalversammlung statt. In Rosental entfielen von den 614 abgegebenen gültigen Stimmen 55 auf die Christlich-Sozialen, 549 auf die Sozialdemokraten und 10 auf die Großdeutschen.
Um die Rosentaler Bergbaue mit elektrischen Strom zu versorgen, wurde mit dem Bau eines GKB-eigenen Dampfkraftwerks im März in Bärnbach-Mitterdorf begonnen.

1920
Bei den Neuwahlen am 12. November fielen in Rosental von 804 Stimmen 74 auf die Christlich-Sozialen, 699 auf die Sozialdemokraten, 25 auf die Deutschnationalen und 6 auf die Kommunisten.
Die Inflation hatte einen noch nie dagewesenen Höchststand erreicht. So kostete der Lebensmittelbedarf einer durchschnittlichen Arbeiterfamilie monatlich:
Juli 1919:     2.000 Kronen
Juli 1920:     5.000 Kronen
Juli 1921:     8.000 Kronen
Jän. 1922:   70.000 Kronen
Juli 1922:  195.000 Kronen

1922
Im Dezember trat die Schillingwährung in kraft. 10 000 Kronen entsprechen daraufhin 1 Schilling. Die Inflation wurde zwar gestoppt, doch es erhöhte sich die Arbeitslosigkeit.

1925
Am 14. Juli wurde die Freiwillige Feuerwehr in Rosental durch Jakob Seier und Bürgermeister Katzbauer ins Leben gerufen.

1929
In diesem Jahr wurde die Bergkapelle Rosental gegründet und Anfang Dezember fand anlässlich der Barbarafeier die erste Ausrückung statt.

1930
Am 23. September fand der Spatenstich zum Bau der Packer Bundesstraße statt.

1938
Am 23. September marschierten deutsche Truppen in die Ostmark ein, in Rosental hielt sich die Euphorie in Grenzen. Arbeitslose, die in die SA eintraten, bekamen sofort Arbeit zugewiesen. Es schien, als würde ein Zeitalter des Wohlstands über uns hereinbrechen - doch hatte man dadurch seine persönliche Freiheit aufgegeben. Am 10. April fand die Volksabstimmung über Hitler und das Großdeutsche Reich statt. In Rosental wurde im Gemeindeamt gewählt. Es gab keine Wahlkabine und die Wähler mussten die Wahlzettel auf einem Tisch ankreuzen. Auf jedem großen stand: "Volksabstimmung und Großdeutscher Reichstag Stimmzettel. Bist du mit der am 13. März vollzogenen Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich einverstanden und stimmst du für die Liste unseres Führers Adolf Hitler?" Auf dem beigelegten Flugblatt stand: "Ich zeichne ein Kreuz unter dem Ja! sonst darf nichts eingetragen werden!" Der Gemeindesekretär zeigte mit dem Finger auf die Stelle, wo man das Kreuz zu zeichnen hatte. Rund um den Tisch standen SA-Männer in voller Adjustierung, uns so war es auch kein Wunder, dass Hitler ein fast hundertprozentiges Votum bekam.

1939
Am 1. September brach der zweite Weltkrieg aus. Alle Männer mit militärischer Ausbildung wurden zu den Waffen gerufen. Zur gleichen Zeit wurde die Bewirtschaftung aller Gebrauchsgüter und Lebensmittelkarten eingeführt.

1944
Volksdeutsche, die aus Rumänien und Jugoslawien vertrrieben worden waren, kamen mit ihren Habseligkeiten im Planwagen an und wurden auch in Rosental seßhaft. Mitte Dezember griffen britische Jagdbomber Rosental an und warfen Bomen in der Nähe des Karlschachts ab. Eine Arbeiterbaracke wurde getroffen. Auch in der Nähe der Grenzstraße fielen Bomben.

1945
Am 4. März warfen amerikanische Flieger Bomben über Köflach und Rosental ab. Bei einem Volltreffer auf der Gerstenberger Höhe starben sechs Menschen in einem Luftschutzkeller. Am 30. April beging Hitler infolge der aussichtslosen Lage Selbstmord, die Zeitungen schreiben: "Der Führer ist gefallen!"
Am 9. Mai besetzten russische Truppen Rosental und stießen mit Panzern Richtung Köflach vor. Die Engländer zogen sich auf die Höhe des Gasthauses Winkelbauer zurück, damit entstand in Rosental ein "Niemandsland". Die Versorgung mit Lebensmittel war schwierig. Am 22. Juli zogen sich die Russen zurück. Kaum jemand hatte Tränen in den Augen. Die Situation in Rosental besserte sich, Amerika begann mit der Bereitstellung von olivgrünen Care-Paketen. Am 25. November fanden erstmals nach zwölf Jahren freie Wahlen statt. Der Gemeinderat in Rosenal setzte sich aus 8 Vertretern der SPÖ, 2 der KPÖ und 2 der ÖVP zusammen.

1950
In diesem Jahr wurde mit dem Bau der Volksschule begonnen.

1952
Die Volksschule wurde am 14. September - mit Schulbeginn- eröffnet.

1956
Laut Gemeinderatsbeschluss wurde ein Haus in St. Hemma von der Gemeinde Rosental zwecks eines Umbaus in ein Kindererholungsheim angekauft.

1967
Die Müllabfuhr begann in Rosental ihren Dienst mit einem eigenen Fahrzeug.

1990
Am 6. Juli wurde die letzte Kohle aus der Grube des Karlschachts gefördert und somit ging eine 150jährige Bergbaugeschichte zu Ende.

2001
Eröffnung des Bezirksprojektes Technologie- und Gründerpark Rosental

2002
Eröffnung der Kaufwelt Rosental

2004
Eröffnung der Jugend- und Freizeitanlage (Eishalle, Tennisplätze, Fun-Court, Beach-Volleyballplatz, Skaterpark, Restaurant)

 
Wenn Sie an mehr Informationen zur Geschichte Rosentals interessiert sind, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher:
Im Tal, aus dem man Kohle grub
Verlag: Eigenverlag Gustl Reinthaler

Im Tal, aus dem man Kohle grub
Geschichte und Geschichten aus Rosental

Herrn Reinthaler ging es – eigenen Aussagen zufolge – in diesem Buch darum, „die Menschen, die dieses Tal prägten, vorzustellen, von den Sorgen um den Arbeitsplatz, der ihnen den Lebensinhalt gab, von ihren Freuden und Leiden, ihrem Humor, den sie auch nicht verloren, wenn es ihnen schlecht ging, von ihrer Hilfsbereitschaft und Kameradschaft zu berichten.“ Weiter: „Ich wurde im Herzen der Gemeinde Rosental geboren, wuchs hier auf und kannte noch die Großväter und Väter der heutigen Generation. Ich kenne die Menschen, ihre Vorzüge und ihre Leidenschaften, ihre Freuden und Hobbys und das gab mir den Antrieb, dieses Buch zu schreiben."

 


Das braune Gold
Verlag:Styria ISBN: 3-222-12611-9
Dr. Ernst Lasnik

Das braune Gold – Die Geschichte der weststeirischen Kohlenreviere
„Glück auf!“ – der Gruß der Bergleute ist immer seltener zu hören.
Von sieben Kohlenabbaustätten, in denen im weststeirischen Kohlenrevier 1965 rund 5000 Bergleute arbeiteten, gibt es heute nur noch eine einzige, den Tagbau Bärnbach – Oberdorf, die letzte Kohlenabbaustätte der Steiermark – und rund 400 aktive Bergleute. Dieses Buch zeigt in interessanten Texten, verbunden mit historischen Aufnahmen aus der Region Voitsberg – Köflach – Rosental – Bärnbach die Geschichte des hiesigen Kohlebergbaus.



 
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